„Do what you LOVE what you do“

Mit neun Jahren fing ich an Handball zu spielen. Schnell wurde es zu meiner Leidenschaft und ich lebte nur noch für den Handball. In meinem Heimatort Metz war ich in der Sportschule mit Schwerpunkt Handball toll aufgehoben. Dank der französischen Jugend- und Juniorinnen Handballnationalmannschaft reiste ich viel, lernte neue Städte und neue Länder kennen, hörte verschiedene Sprachen und konnte somit meinen Horizont erweitern. Mein erstes Interview gab ich 2005 auf Deutsch bei der Europa­meister­schaft in Wien, wo wir dritte wurden. Mit 16 Jahren verwirklichte ich meinen Traum, indem ich zwei Saisons lang in der ersten Bundesliga mit meinen Lieblingsspielerinnen spielen durfte. Wir wurden mit Handball Metz Moselle Lorraine zwei Jahre hintereinander französischer Meister. Mit 18 Jahren bekam ich das Angebot aus Trier in der ersten Handballbundesliga zu spielen. Das war meine Chance: Ein neues Land, eine neue Mannschaft, eine andere Sprache: Ich hatte nichts zu verlieren und nahm die Herausforderung an. So wechselte ich meinen Wohnort. Ich blieb an der Mosel und spielte bei den „Trierer Miezen“. Parallel fing ich mein Fernstudium „Bachelor of Arts“ in Gesundheitsmanagement in Saarbrücken an. Das war eine sehr intensive Zeit und ich konnte das Studium perfekt mit dem Leistungssport kombinieren.

Ich merkte, wie es mir in der praktischen Umsetzung großen Spaß bereitete, Menschen in Bewegung zu bringen und für Gesundheitsthemen zu sensibilisieren. Es ergab für mich einen Sinn, dies an Menschen weiterzugeben. Sport macht Spaß und ist zudem gesundheitsförderlich. Weitere Bereiche faszinieren mich ebenso schon länger: Mentales Training, visualisieren, Ernährung oder Entspannung. Ich hatte es am eigenen Leib erfahren dürfen, wie sehr all diese Komponenten einen Einfluss auf die Gesundheit haben.

Dank zwei Jahren Personaltraining mit dem sehr kompetenten Trainer Sascha Telen lernte ich mich und meinen Körper noch einmal neu kennen. Ich stellte meine Ernährung um und spürte wie effektiv sich dies in Kombination mit gutem Training und Regeneration auswirkte. Dank zwei größeren Verletzungen änderte ich meinen Blickwinkel. Ich lernte zum ersten Mal wirklich achtsam und liebevoll mit mir selbst umzugehen. Im Leistungssport lernt man leistungsstark zu sein, sich durchzubeißen, Durchhaltevermögen, Disziplin, Ausdauer und Ehrgeiz. Es sind für so manche Situationen im Leben wirklich tolle Eigenschaften. Oft bleiben dabei jedoch Selbstachtung, auf den eigenen Körper hören, sich respektieren, pausieren und sich zu entspannen auf der Strecke. Dank meiner Verletzung wurde ich zu all diesen wichtigen Dinge gezwungen! Ich lernte dadurch auf meinem Körper zu hören und ich nahm zum ersten Mal wahr, dass „weniger mehr ist“ und dass mein Körper keine Maschine, sondern ein wundervoller Ort ist, in dem meine Seele leben darf.

Lange dachte ich, „ich sei wert, weil ich Leistung bringe“ und definierte mich zu 90 % über den Sport. Durch meine Verletzungen lernte ich, Demut, Loslassen, Akzeptanz. Ich merkte, die Welt dreht sich ohne mich weiter und es geht irgendwie immer weiter: Schritt für Schritt. Alles der Reihe nach. Als ich nach meiner Verletzung zurückkam, war ein Stück Druck weg. Der Druck, den ich mir selbst über Jahre machte, „ich müsste, immer besser werden, ich müsste meine Mannschaft „retten“, „ich müsste doch mehr können“. Mein Blick hatte sich auf einmal verändert: Ich war dankbar, spielen zu dürfen. Vor jedem Spiel dachte ich „danke, dass ich wieder spielen darf“!

Ich fing mit meditieren und Yoga an und ließ mich in Reiki und EFT (Emotional Freedom Technique) ausbilden. Achtsamkeit spielte ab da für mich eine große Rolle. Ich wusste in meinem Inneren schon lange, dass das Leben mehr ist. Durch diese Methoden lernte ich im Hier und Jetzt wirklich zu sein und dies anhand einfachster Mittel wie zum Beispiel das bewusste Atmen. Es fühlte sich so an, als ob ich mein Leben auf einmal tiefer (er)leben würde. Ein Gefühl voller Zufriedenheit und Ruhe.

Nach meiner Ausbildung wurde ich bei der Handwerkskammer Trier (HWK) übernommen und durfte das betriebliche Gesundheits­management (BGM) sowohl für die HWK als auch für Betriebe mit aufbauen. Hier konnte ich wunderbar das Erlernte und Erfahrene vermitteln. Mir machte es großen Spaß Menschen zu inspirieren und Ideen weiterzugeben, welche kleine Schritte sie in ihrem Leben tun können, um lebendiger, motivierter und fröhlicher im (Arbeits-)Alltag zu sein.

Parallel dazu bot ich regelmäßig Kindertraining an, sowohl speziell im Handball­bereich über den Verein Mergener Hof, als auch über viele PR-Termine, die mit den „Trierer Miezen“ organisiert wurden. Ich war bei Handballcamps, Schulaktionen sowie beim KiBaKo (Kids Ball- und Koordinationstraining) aktiv und engagierte mich sehr gerne für Kinderaktionen.

Die Arbeit mit Kindern macht mir großen Spaß: Ich liebe es zu sehen, mit welcher Leichtigkeit, Lebensfröhlichkeit und Offenheit sie die Dinge sehen und umsetzen. Es sind für mich großartige Lehrer/ innen. Sie beurteilen und hinterfragen anders als wir Erwachsene und tun vieles mit offenerem Herzen und vertrauen leichter. Ich versuche mich immer wieder daran zu erinnern, dass ein Teil in mir, mein inneres Kind, das auch kann und es auch darf!

Seit 2018 habe ich mit dem Handball aufgehört, mit dem Tanzen „Lindy Hop“ weitergemacht und mit dem Reiten angefangen. Die Pferde sind neben meinen Katzen und meiner Hündin ebenso einzigartige vierbeinige Lehrer/ innen für mich. Mit ihnen lerne ich täglich und bin sehr dankbar für die tierische Unterstützung.

Ich freue mich auf alles, was kommt!

Mégane Vallet

Gesundheitsmanagerin B.A.
Profisportlerin (1. Bundesliga Handball)
Trainerin bei Sportvereinen
Reikimeisterin und -lehrerin